Störfeldtherapie / Neuraltherapie nach Huneke

Die Neuraltherapie ist ein modernes Regulationsverfahren der Naturheilkunde mit Einflussnahme auf alle Regelkreise des Organismus. Sie wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckt und von den Ärzten und Brüdern Huneke weiterentwickelt. Dem Regulationsverfahren liegt die Erkenntnis zugrunde, dass das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) alle unbewusst ablaufenden Regulationsebenen im Körper steuert (z.B. Atmung, Blutdruck, Verdauung etc.). Das vegetative Nervensystem ist im gesamten Körper mittels feinster Nervenendigungen vernetzt und reguliert so unterschiedlichste Funktionen. Eine Fehlregulation dieses Systems kann somit unterschiedliche Folgen auf den Organismus haben.

So kann z.B. die Mandeloperation in der Kindheit nach 20 Jahren als sogenanntes Störfeld eine Herzrhythmusstörung hervorrufen, eine Blinddarmoperation oder eine durchgemachte Leberentzündung zu Kniegelenksarthrose oder chronischen Hüftschmerzen führen.

Der Wirkstoff Procain, mit dem die Neuraltherapeuten arbeiten, schaltet dabei die Einflüsse des Störfeldes nachhaltig aus, so dass eine Heilung mithilfe der natürlichen Selbstheilungskräfte einer manchmal seit Jahrzehnten bestehenden Erkrankung möglich ist.

Procain in niedriger Konzentration, ehemals nur als lokales Schmerzmittel verwandt, hat eine nachgewiesene entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, nervenausgleichende, revitalisierende, energiespendende und aufhellende Wirkung und stabilisiert insgesamt den Stoffwechsel. Allergien auf diese Substanz treten extrem selten auf.

In der Neuraltherapie wird auf verschiedenen Ebenen gearbeitet:

  1. Die Lokaltherapie: gezielte Injektionen mit Procain erfolgen direkt da, wo es schmerzt (z.B. in eine schmerzhaften Muskelverspannung)
     
  2. Die Segmenttherapie: gezielte Injektionen mit Procain in die von der Krankheit betroffenen Körpersegmente ( z.B. Quaddeln im Bereich des Bauchraumes bei akuten Magen- Darm-Störungen)
     
  3. Die Störfeldtherapie: gezielte Injektionen mit Procain in Körperregionen oder Strukturen, die als Störfeld diagnostiziert werden konnten (z.B. Zähne, Mandeln oder Mandelnarben, Narben, Nasennebenhöhlen, Unterleibsorgane, etc.)
     
  4. Die Infusionstherapie: hier wird Procain, meist mit Natriumbicarbonat (basischer Puffer, der Übersäuerung bessert und die Wirkung von Procain verstärkt) in einer Infusion über eine Armvene bei chronischen und entzündlichen Erkrankungen gegeben, Dauer ca. 1 Stunde

Die Anwendungsbereiche der Neuraltherapie sind breit, da sie sowohl das nervale, hormonelle, muskuläre, Durchblutungs- sowie lymphatische System des menschlichen Organismus reguliert.

 

Folgende Erkrankungen können mit der Neuraltherapie behandelt werden:

Kopf: Kopfschmerzen, Migräne, Kopfdruck, Folgen von Gehirnerschütterungen und Schädelbrüchen wie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Epilepsie als Unfallfolge. Arteriosklerose des Gehirns und Zustand nach Schlaganfall ( Besserung der geistigen und körperlichen Beweglichkeit). Manche Formen von Kreislaufstörungen, Haarausfall, Trigeminusneuralgien, Fazialislähmungen, Schlafstörungen.

Augen: Glaukom (Grüner Star) und alle entzündlichen Augenerkrankungen wie Neuritis, Iridozyklitis, Keratitis, Skleritis, usw.

Ohren: Akute und chronische Mittelohrentzündungen, vom Ohr ausgehende Gleichgewichtsstörungen (Menière), Ohrensausen und andere Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwerhörigkeit.

Nase: Heuschnupfen, Ozaena (Stinknase), chronischer Schnupfen, Verlust des Geruchsvermögens, akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen.

Hals: Schilddrüsenvergrößerung (Kropf) mit oder ohne Schilddrüsenüberfunktion (Basedow), aber auch durch Schilddrüsenstörungen ausgelöste Unruhe oder emotionale Belastungen. Chronische Mandelentzündungen, ständiges Druck- und Fremdkörpergefühl im Hals. Schleudertrauma nach Auffahrunfällen.

Brust: Bronchialasthma, Herzasthma, Angina pectoris, Herzstiche, Herzbeklemmungen, Zustand nach Herzinfarkt, Herzangstsyndrom (Herzbeschwerden ohne erkennbare Ursache oder psychischer Ursache), Herzmuskelentzündung, Silikose (Staublunge), Emphysem, gewisse Formen der Lungentuberkulose.

Bauch: Leber- und Gallenleiden, Beschwerden nach Gelbsucht, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Magenbeschwerden unklarer Ursache, chronische Verstopfung, chronischer Durchfall, Darmentzündung.

Unterleib: Bei der Frau Entzündungen der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke, Periodenschmerzen, Ausfluss, Krankheiten, die nach Fehlgeburten oder schweren Entbindungen aufgetreten sind, Schwangerschaftserbrechen, Neigungen zu Fehlgeburten.

Prostata- (Vorsteherdrüsen-) vergrößerungen und –entzündungen, Impotenz.

Allgemein Nierenerkrankungen. Blasenleiden wie Reizblase, akute und chronische Harnwegsinfekte, auch Bettnässen., Kinderlosigkeit, sexuelle Störungen,

Bewegungsapparat: Arthrose (Alters- und Abnutzungserkankung z.B. von Hüfte, Knie, Schulter), die gesamte Wirbelsäule mit Wirbelkörper-, Wirbelgelenk- und Bandscheiben-beschwerden, Bechterew´sche Krankheit, Kreuzschmerz, Steißbeinschmerz, Hexenschuss, Gelenk- und Muskelrheuma, Arthritis (Gelenkentzündung), Bänderzerrungen, Muskelrisse und deren Folgen. Knochen-Sehnenerkrankungen (z.B. Tennisellenbogen) nach Überanstrengung und Unfällen, Amputationsstumpfschmerzen (Phantomschmerz), organische Durchblutungsstörungen an Armen und Beinen, Sudeck´sche Krankheit, Gefäßkrämpfe ( Morbus Raynaud: Durchblutungsstörung der Finger bei Kälte), Lymphabflussstauungen, Sportverletzungen.

Haut: Chronische Hautleiden (z.B. Ekzeme), Narbenschmerzen, Keloidnarben (wulstige Narben), Entzündungen aller Art, After- und Scheidenjuckreiz, Hämorrhoiden , Thrombosen, Furunkel, Schmerzen nach Gürtelrose, Warzen, schlecht heilende Wunden, offene Beine, Neurodermitis. Gefäße: Arterielle und venöse Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Unterschenkelgeschwüre.
Blutgefäße: Arterielle und venöse Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Unterschenkel-geschwüre.

Nerven und Psyche: Nervenschmerzen aller Art, Nervenentzündungen, Ischias, Gemütsveränderungen nach Krankheiten oder Operationen, „nervöse“ Organleiden, Gefühlsstörungen, funktionelle Erkrankungen, Schmerzzustände aller Art, Polyneuropathien

Allgemeinerkrankungen: Allergien, „vegetative Dystonie“, krankhaft vorzeitiges Altern, Alters- und Abnutzungserkrankungen, Leistungsknick, postoperative Krankheiten, Störungen der Hormondrüsen, Wetterfühligkeit und Föhnkrankheit.

Meist erfordert diese Therapieform ein ausführliches Vorgespräch, ggfls. auch eine körperliche Voruntersuchung sowie ein Mitbringen der entsprechenden Krankheitsunterlagen, möglichst einschliesslich der sogenannten Panoramaaufnahme der Zähne vom Zahnarzt, falls vorhanden.

Die Neuraltherapie in dieser Form ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, ist somit privat zu tragen.

Wir haben gute bis sehr gute  Ergebnisse mit diesem Naturheilverfahren, es kann zu völliger Heilung führen, ggfls. zu einer Verbesserung der Beschwerden, ein Heilungsversprechen kann gleichwohl wie in allen medizinischen Bereichen nicht gegeben werden.

 

Procain-Infusionstherapie

Neueste Studien aus der Hirnforschung haben gezeigt ( Publikationen unter „Procain-Reset“ im Oktober 2001 von Dr. Hahn-Godeffroy), dass der Wirkstoff Procain das limbische System beeinflusst (an der sogenannten Amygdala- mandelförmiger Kern im Gehirn, wo u.a. Gefühle verarbeitet werden), hier kann unverarbeiteter Stress gesundheitsschädigende Veränderungen hervorrufen. Durch Wirkung des Procains  im limbischen System kommt es  zu einer Re-Harmonisierung des Zusammenspiels der Botenstoffe dieser Kerngebiete des Gehirns.

In der Infusionstherapie wird Procain häufig mit entsäuernden Mitteln und ggfls. auch mit homöopathischen Wirkstoffen (Ausleitungsmitteln), Vitaminen/Mineralien oder Sauerstofftherapie ergänzt.

Deshalb eignet sich diese Therapie zur Behandlung von systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Einstellungsprobleme), Allergien, Bluthochdruck, posttraumatische Belastungsstörungen, chronisch-rheumatische Erkrankungen, Erschöpfungszustände wie Burnout oder Depressionen sowie Durchblutungsstörungen.
In der biologischen Krebstherapie nützt man  die Procainwirkung als stützende Begleittherapie.

Unsere Praxis verfügt über eine internationale Zertifizierung für die Neuraltherapie nach Huneke. Wir sind Mitglieder der Ärztegesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke und befinden uns in kontinuierlicher Fortbildung.